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Montag, 13. Januar 2014

Was passiert beim Tätowieren?

Bei einer Tätowierung wird Farbe in die Haut eingebracht. Soweit so klar. Was dabei allerdings genau passiert wissen viele Menschen nicht. Zudem gibt es verschiedene Techniken mit denen der gewünschte Effekt erzielt werden kann. Eines haben aber alle gemein: Die Haut wird dabei verletzt und ohne Schmerzen funktioniert es nicht.

Einbringen der Farbe

Bei einer Tätowierung wird mittels eines Werkzeugs Farbe in die Haut eingebracht. Dazu muss die Haut zunächst durchstochen und verletzt werden. Grundsätzlich gibt es drei Hautschichten: Die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis) und die Unterhaut (Subcutis oder Hypodermis). Der Tätowierer muss darauf achten das Werkzeug, bzw. die Farbe weder zu tief, noch zu oberflächlich in die Haut einzubringen. Sollte die Farbe zu tief eingebracht werden kommt es zu stärkeren Blutungen, die dazu führen, dass zu viel Farbe wieder austritt. Außerdem entstehen dabei verwaschene Linien und Narben, die sehr unschön aussehen. Sollte die Farbe zu oberflächlich eingebracht werden verschwinden die Farbpigmente bei der Erneuerung und Heilung der Haut. Optimal ist demnach ein Einbringen in die mittlere Hautschicht, die Lederhaut. Allerdings verlaufen die verschiedenen Hautschichten nicht immer geradlinig, zudem sind sie an manchen Stellen mitunter sehr dünn (ca. 0,3mm - 4mm). Demnach wird auch ein geübter Tätowierer nicht immer die richtige Schicht erwischen. Mitunter ein Grund weshalb professionelle Tätowierer detailreiche Motive nur großflächig aufbringen. In diesem Fall fällt eine kleine Ungereimtheit beim Stechen weniger auf.

Schmerzen beim Tätowieren

Das Schmerzempfinden des Menschen ist grundsätzlich sehr unterschiedlich. Es gibt muskelbepackte Riesen, die bereits bei einer kleinen Tätowierung am Arm anfangen zu heulen. Genauso gibt es aber auch zierliche Mädchen, denen eine mehrstündige Tätowierung im Rippenbereich kaum etwas ausmacht. Eine generelle Rolle spielt jedoch die Dicke der Hautschicht an der tätowierten Stelle. Dort wo relativ wenig Haut die Knochen verdeckt entstehen in der Regel die größten Schmerzen. Allerdings ist auch dies typenabhängig. Viele behaupten auch, dass die Outlines schmerzhafter sind als die Schattierungen. Ich persönlich habe ein Tattoo mit vielen Schattierungen und muss sagen, dass ich dem widersprechen würden. Der Schmerz ist einfach anders. Während Outlines eher einen stechenden Schmerz hervorrufen, führen Schattierungen zu einer Art Verbrennungsschmerz, der gerade in längeren Sitzungen, wenn die Haut bereits gereizt ist, sehr ungangenehm werden kann. Letztendlich sollte man einfach gut ausgeruht und nüchtern zum Termin erscheinen, um die Schmerzen auf einem geringen Niveau halten zu können. Oftmals ist es zudem, wie bei vielen anderen Dingen auch, Kopfsache. Ein Aspekt den man nicht unterschätzen sollte.

Verlust von Farbe

Generell ist ein Verlust von Farbe während des Heilungsprozess völlig normal. Die Haut erneuert sich regelmäßig in einem fortlaufenden Prozess. Dabei wird die obere Schicht (Epidermis) abgestoßen und durch eine neue Schicht ersetzt. Dies geschieht etwa alle vier Wochen. Die Farbe, die während des Heilungsprozess verloren geht, ist demnach in der Epidermis gelagert. Hat der Tätowierer zu oberflächlich gestochen wird sich dies nach der Heilung somit deutlich bemerkbar machen. Ein Tattoo dass fachgerecht in die mittlere Hautschicht eingestochen wurde hält ein Leben lang. Lediglich UV-Strahlung oder Laser können dafür sorgen die Farbe verblassen, bzw. komplett verschwinden zu lassen.

Quellen:

Hot-Needles: "Tätowiertechniken",  bit.ly/1bdapLV
Gabriele Hofmann: "Alles über Tattoos", Arun-Verlag, Uhlstädt-Kirchhasel, 2004
Dr. Gumpert: "Schmerzen beim Tätowieren", bit.ly/1bdfSCm

Sonntag, 12. Januar 2014

Pflege einer Tätowierung

Damit eine Tätowierung möglichst reibungslos, ohne Tränen und Ärgernisse, verläuft, gilt es einige grundlegende Dinge zu beachten. Dabei sollte in erster Linie aber stets auf die Anweisungen und Tipps des eigenen Tätowierers geachtet werden, da dieser für den individuellen Fall in der Regel die beste Anweisung geben kann.

Pflege ist individuell

Jeder Tätowierer gibt unter Umständen unterschiedliche Pflegetipps für die Behandlung einer Tätowierung. Eine einzig Wahre gibt es dabei nicht. Ich kenne Leute, die nach der Tätowierung sich direkt in die Sonne gelegt haben, schwimmen waren oder schweißtreibende Arbeiten durchgeführt haben. Keiner der Bekannten hat davon einen sichtlichen Nachteil getragen. Die Tätowierungen sind alle gut verheilt und auch farblich sah das Tattoo im Nachhinein einwandfrei aus. Das alleine zeigt, dass eine allgemein gültige Pflegeanweisung nur schwer zu geben ist. Die Haut ist ein riesiges Organ und bei jedem Menschen anders gestrickt. Manch einer bekommt recht schnell trockene Haut, wieder jemand anders hat ein Problem mit zu fetter Haut. Eine Person bekommt ohne die richtige Pflege schnell Hautirritationen, eine andere Person verzichtet auf jegliche Pflegemittel und nicht ein Pickel ist zu sehen. Ebenso kann es auch bei Tätowierungen zu unterschiedlich schneller Abheilung, trotz der gleichen Pflege kommen.
Dennoch gibt es einige grundlegende und wichtige Tipps, die jeder beachten sollte, um die Chance auf eine reibungslose Abheilung zu erhöhen.

Pflege vor dem Stechen

Die Pflege beginnt nicht erst nach dem Stechen, sondern in gewisser Weise bereits davor. So sollte nach Möglichkeit etwa eine Woche vor dem Stichtag auf blutverdünnende Medikamente verzichtet werden. Diese können die Session mitunter unnötig in die Länge ziehen, sowie zu einem Farbverlust führen. Des weiteren solltet ihr die Einnahme von Drogen vor der Session vermeiden. Zwar kenne ich Leute, die in einem leichten Cannabis- oder Alkoholrausch problemlos eine zwei- bis dreistündige Session überstanden haben, allerdings ist generell davon abzuraten. Eine Tätowierung ist eine Verletzung der Haut und bedeutet Stress für den Körper. Gerade bei längeren Sessions bedeutet dies auch eine recht hohe Belastung für den Kreislauf, erst recht wenn man während des Stechens weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nimmt. Drogen und Medikamente können diesen Stress erhöhen und im schlimmsten Fall zun einem Kreislaufkollaps führen. Daher sollte man im besten Fall gut ausgeschlafen und mit einer ausreichenden Mahlzeit zum Stichtag erscheinen. Bei längeren Sessions empfiehlt es sich zudem kleinere Pausen einzulegen und mitunter etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen.
 

Die Pflege unmittelbar nach dem Stechen

Habt ihr die Session überstanden gelten einige grundlegende Regeln, die dafür sorgen sollen, dass ihr noch lange Freude an eurem Tattoo habt. Jeder gute Tätowierer wird euch an dieser Stelle einige Pflegetipps mit auf den Weg geben, die ihr am Besten auch in dieser Weise befolgt. Wie bereits erwähnt kann die Pflege je nach Hauttyp und Motiv variieren, weshalb ihr in erster Linie die Tipps eures Tätowierers befolgen solltet. Unabhängig davon wird und sollte die Anleitung in etwa so aussehen: Euer Tattoo ist in erster Linie eine Wunde. Diese kann am ehesten mit einer Verbrennung verglichen werden. Gerade bei größeren Schattierungen werdet ihr auch spüren wieso. Von nun an gilt es die Wunde möglichst keinen Verschmutzungen auszusetzen. Das heißt auch nicht anfassen. Ihr werdet für den Anfang eine Folie über das Tattoo gelegt bekommen. Nach ca. eins bis drei Stunden könnt ihr die Folie vorsichtig abnehmen. Klebt sie zu sehr an eurem Körper könnt ihr mit lauwarmen Wasser, welches ihr am Besten vorsichtig mit eurer Hand aufstreicht, versuchen die Folie langsam zu lösen. Unter der Folie wird sich bis dahin relativ viel Wundwasser, sowie Farbe angesammelt haben. Macht die Wunde vorsichtig sauber, am besten mit antibakterieller, ph-neutraler Seife ohne Parfüm (z.B. Kernseife). Anschließend sollte das Tattoo vorsichtig trocken getupft (nicht reiben) werden. Hierzu empfiehlt sich am Besten ein weiches Handtuch oder Küchenpapier. Zum Schluss sollte dann noch eine Wundsalbe aufgetragen werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Salbe nicht gegen Verunreinigungen gedacht ist, da diese dem Tattoo Farbe entzieht.

Pflege in den Wochen nach dem Stechen

Theoretisch spricht nichts dagegen anschließend völlig normal duschen zu gehen, jedoch sollte auf Shampoo oder Duschgel eher verzichtet werden und genannte Seife verwendet werden. Die Salbe sollte etwa dreimal täglich dünn aufgetragen werden. Generell sollte man darauf achten, dass die Wunde weder zu trocken noch zu fettig wird. Sollte sich Grind bilden, diesen nicht abkratzen, er fällt nach einer gewissen Zeit von alleine ab. Beim Abkratzen besteht die Gefahr Farbpartikel aus der Haut und somit vom Tattoo abzureißen und die Tätowierungen damit zu beschädigen. Euer Tattoo wird nach einiger Zeit sehr wahrscheinlich auch anfangen zu jucken. Auch hier gilt aus demselben Grund: Stark sein und nicht kratzen. Ihr solltet zudem vermeiden eure Tätowierung zu viel UV-Strahlung auszusetzen. Diese wird sich nachteilig auf die Farbe in eurem Tattoo auswirken. Von daher sollte ausgiebiges Sonnenbaden und Solarium ca. die ersten fünf Wochen vermieden werden. Auch Baden in öffentlichen Seen oder Schwimmbädern empfiehlt sich aufgrund der Bakterien, Keime sowie des hohen Chloranteils nicht wirklich. Auch Sport sollte in etwa die ersten fünf Tage vermieden werden. Besonders die Dehnungen beim Kraftsport können dazu führen, dass euer Tattoo Risse bekommt. Nach ca. 12 Wochen solltet ihr alles überstanden haben und ihr könnt euer Leben wie vorher weiterleben. Allerdings sollte beim Sonnenbaden auf eine Creme mit hohem Lichtfaktor zurückgegriffen werden, da UV-Strahlung weiterhin Gift für euer Tattoo ist und dieses schneller verblassen lässt.

Quellen:
 
Tattooberater: "Hygiene und Pflege", bit.ly/KwVGUT
Sven, Tätowierer bei Papi Rouge Darmstadt
Wildcat: "Tatto-Heilung und Nachpflege", bit.ly/KwXddv
RP Online: "Tattoos können gefährliche Krankheiten hervorrufen", bit.ly/1kPC9ju
Medizininfo: "Gesundheitsrisiken durch Tätowieren und Piercen", bit.ly/1jmzc5D