Samstag, 18. Januar 2014

Deutscher Tätowierer Verband


Der deutsche Tätowierer Verband ist erste Verband, der sich offiziell um die Belange von Tätowierern kümmerte. Der korrekte Name des Verbandes lautet "Deutschlands Organisierte Tätowierer e.V." und agiert wie der Name schon sagt als Verein. Der Verband wurde 1995 gegründet und hatte zu Anfang 30 Mitglieder. Im Laufe der Zeit wuchs der Verband auf mittlerweile 90 Mitglieder heran.

Ziele des DOT


Der DOT hat es sich zur Aufgabe gemacht die verschiedensten Bereiche der Tätowierkunst zu fördern und für qualitative Standards zu sorgen. Dies soll über verschiedene Ansätze erreicht werden.

Professionelle Tätowierkunst fördern

Bereits zu Gründungszeiten war das vorrangige Ziel des DOT nicht etwa die Gemeinschaft der Tätowierer zu vereinen. Es ging viel mehr darum für mehr Qualität und Professionalität in der Berufssparte zu sorgen. Unseriösen und unprofessionellen Tätowierern sollte mit dem DOT keine Plattform geboten werden. Es ist daher auch nicht möglich sich in den Verband einzukaufen, wie es in manch anderen Sparten üblich ist. Somit können sich Kunden sicher sein, dass Mitglieder im Verband die entsprechenden Richtlinien und Qualitätsmerkmale professioneller Tätowierer erfüllen.


Plattform zum Austausch anbieten

Des weiteren bietet der DOT professionellen Tätowierern eine Plattform zum Austausch. Der Verband arbeitet eng mit Presse, Behörden und Ministerien zusammen, um so für einen qualitativen Standard zu sorgen. So werden unter anderem Richtlinien in Bezug auf Hygiene und Studioeinrichtung erarbeitet. Dabei ist der Austausch unter Tätowierern im Inland sehr wichtig, aber auch die Kommunikation mit ausländischen Berufsgenossen soll gefördert werden.

Förderung der Tätowierkunst

Als weiteres Ziel gilt auch die Förderung der Tattoo-Kunst an sich. Dies bedeutet auch ein Abbild der Wirklichkeit in der Öffentlichkeit darzustellen und über Tätowierungen an sich zu informieren. Hierfür ist vor allem eine enge Zusammenarbeit mit der Presse nötig.


Leistungen des DOT

Damit die oben genannten Ziele erreicht werden können bietet der DOT seinen Mitgliedern auch bestimmte Leistungen an. Diese sollen sicher stellen, dass die Mitglieder die qualitativen Standards und Richtlinien dauerhaft einhalten können

Angebot von Fachseminaren

Der DOT bietet regelmäßig Fachseminare zu den verschiedensten Bereichen der Tätowierkunst an. Das Angebot reicht unter anderem von Hygiene über Tätowiermaschinenbau zu Tätowiertechniken. Die Seminare sind für Mitglieder in der Regel kostenlos oder zumindest zu einem ermäßigten Preis zugänglich.


Kontrolle der Tattoo-Studios

Die Studios der DOT-Mitglieder werden in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Stellen kontrolliert und begutachtet. Zusätzlich müssen alle Studios zweimal im Jahr an einem kostenlosen Sporentest teilnehmen.

Rechtsberatung für Mitglieder

Alle DOT-Mitglieder bekommen Gutachten und Gutachter für Gerichtsverfahren gestellt. Die Bereiche umfassen alle Verfahren, die sich um Schmerzensgeld oder Schadensersatz drehen.

Quelle:
Deutscher Tätowierer Verband: "DOT Info", bit.ly/1mhOmJh

Montag, 13. Januar 2014

Tattoo-Conventions


View Tattoo-Convetions in a full screen map

Quelle:

 Messen.de: "Messkalender Piercing & Tattoo",bit.ly/1h5uwzU

Die verschiedenen Tätowiertechniken

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Techniken zur Tätowierung etabliert. Meist sind diese kultur- und regionsabhängig. Aufgrund der Globalisierung und dem großen Interesse an Tätowierungen ist es heute möglich auch auf traditionelle Tätowiertechniken in den verschiedensten Regionen der Welt zurückzugreifen. Anbei sollen einige Techniken vorgestellt werden. Dabei sollte beachtet werden, dass einige nur zu Informationszwecken aufgeführt werden und nicht wirklich empfehlenswert sind.

Traditionelle Technik der Maori (Moko)

Lange bevor es Elektrizität gab und somit auch die Grundlage für die heutige Tätowiermaschine wurden Tätowierungen von den verschiedensten Völkern durchgeführt. Die Maori verwendeten dazu beispielsweise eine Art Meisel, deren Spitze aus dem Flügelknochen eines Albatros hergestellt wurde. Diese wurde in Farbe eingetunkt und anschließend durch behutsames Klopfen in die Haut eingebracht. Dabei enstehen kleine Löcher in der Haut, die teilweise auch relativ werden können. Durch die Farbe sind sie aber nicht wirklich erkennbar.

Traditionelle Technik der Japaner (Tebori)

In Japan wurde lange Zeit auf ähnliche Weise tätowiert, wie es die traditionellen Maori getan haben. Auch heute wird die Technik vereinzelt noch angewendet. Mittels eines Stecknadelstiftes, genannt Hari wird die Farbe in die Haut gezupft. Die Technik erlaubt es sehr präzise und detailreich zu stechen, braucht aber sehr viel Übung und Geschick.

Ink Rubbing

Beim sogenannten Ink Rubbing wird die Haut zunächst aufgeschnitten. Im Nachhinein wird die Farbe in die Wunde eingerieben. Das Tattoo hat anschließend eine rötliche Färbung mit wenigen Details.

Tätowierung mit Nadel und Faden

Eine recht primitive Technik ist das Stechen mit Nadel und Faden. Viele altertümliche "Knast-Tattoos" wurden auf diese Weise gestochen. Dabei wird der Faden in Tinte getaucht und das Tattoo anschließend „genäht“. Wird der Faden wieder herausgezogen bleibt die Tinte in der Haut zurück. Es lassen sich auf diese Weise aber kaum feine Linien zeichnen. Meist sieht das Tattoo sehr verwaschen aus.

Elektrische Tätowiermaschine

Die elektrische Tätowiermaschine, auch Tatto-Gun genannt, ist die modernste und am weitesten verbreitete Art zu tätowieren. Erfunden wurde sie 1890, in Deutschland hat sie sich nach 1922 etabliert. Mittels eines elektromagnetischen Feldes wird die montierte Nadel in ein ständiges Auf und Ab gebracht. Je nach Maschine variiert die Geschwindigkeit mit der dieser Vorgang erzeugt wird. Neuere Maschinen lassen es zu die Geschwindigkeit, als auch die Stärke und Nadeltiefe einzustellen. Mit Hilfe der Kapillarwirkung wird die Farbe schließlich über die Nadel in die Haut gebracht. Es gibt verschiedene Aufsätze, die je nach Tattoo oder Prozess (Outlines, Schattierungen) aufgbracht werden.

Quellen:

Tattoo-Frei: "Tattoo-Technik", bit.ly/1mk3Ooc
Tattooinfos: "Wie das mit dem Tätowieren funktioniert", bit.ly/1ifaLJL
Doku.cc: "Zeichen auf der Haut - Tätowierungen",  bit.ly/LqVnf8

Was passiert beim Tätowieren?

Bei einer Tätowierung wird Farbe in die Haut eingebracht. Soweit so klar. Was dabei allerdings genau passiert wissen viele Menschen nicht. Zudem gibt es verschiedene Techniken mit denen der gewünschte Effekt erzielt werden kann. Eines haben aber alle gemein: Die Haut wird dabei verletzt und ohne Schmerzen funktioniert es nicht.

Einbringen der Farbe

Bei einer Tätowierung wird mittels eines Werkzeugs Farbe in die Haut eingebracht. Dazu muss die Haut zunächst durchstochen und verletzt werden. Grundsätzlich gibt es drei Hautschichten: Die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis) und die Unterhaut (Subcutis oder Hypodermis). Der Tätowierer muss darauf achten das Werkzeug, bzw. die Farbe weder zu tief, noch zu oberflächlich in die Haut einzubringen. Sollte die Farbe zu tief eingebracht werden kommt es zu stärkeren Blutungen, die dazu führen, dass zu viel Farbe wieder austritt. Außerdem entstehen dabei verwaschene Linien und Narben, die sehr unschön aussehen. Sollte die Farbe zu oberflächlich eingebracht werden verschwinden die Farbpigmente bei der Erneuerung und Heilung der Haut. Optimal ist demnach ein Einbringen in die mittlere Hautschicht, die Lederhaut. Allerdings verlaufen die verschiedenen Hautschichten nicht immer geradlinig, zudem sind sie an manchen Stellen mitunter sehr dünn (ca. 0,3mm - 4mm). Demnach wird auch ein geübter Tätowierer nicht immer die richtige Schicht erwischen. Mitunter ein Grund weshalb professionelle Tätowierer detailreiche Motive nur großflächig aufbringen. In diesem Fall fällt eine kleine Ungereimtheit beim Stechen weniger auf.

Schmerzen beim Tätowieren

Das Schmerzempfinden des Menschen ist grundsätzlich sehr unterschiedlich. Es gibt muskelbepackte Riesen, die bereits bei einer kleinen Tätowierung am Arm anfangen zu heulen. Genauso gibt es aber auch zierliche Mädchen, denen eine mehrstündige Tätowierung im Rippenbereich kaum etwas ausmacht. Eine generelle Rolle spielt jedoch die Dicke der Hautschicht an der tätowierten Stelle. Dort wo relativ wenig Haut die Knochen verdeckt entstehen in der Regel die größten Schmerzen. Allerdings ist auch dies typenabhängig. Viele behaupten auch, dass die Outlines schmerzhafter sind als die Schattierungen. Ich persönlich habe ein Tattoo mit vielen Schattierungen und muss sagen, dass ich dem widersprechen würden. Der Schmerz ist einfach anders. Während Outlines eher einen stechenden Schmerz hervorrufen, führen Schattierungen zu einer Art Verbrennungsschmerz, der gerade in längeren Sitzungen, wenn die Haut bereits gereizt ist, sehr ungangenehm werden kann. Letztendlich sollte man einfach gut ausgeruht und nüchtern zum Termin erscheinen, um die Schmerzen auf einem geringen Niveau halten zu können. Oftmals ist es zudem, wie bei vielen anderen Dingen auch, Kopfsache. Ein Aspekt den man nicht unterschätzen sollte.

Verlust von Farbe

Generell ist ein Verlust von Farbe während des Heilungsprozess völlig normal. Die Haut erneuert sich regelmäßig in einem fortlaufenden Prozess. Dabei wird die obere Schicht (Epidermis) abgestoßen und durch eine neue Schicht ersetzt. Dies geschieht etwa alle vier Wochen. Die Farbe, die während des Heilungsprozess verloren geht, ist demnach in der Epidermis gelagert. Hat der Tätowierer zu oberflächlich gestochen wird sich dies nach der Heilung somit deutlich bemerkbar machen. Ein Tattoo dass fachgerecht in die mittlere Hautschicht eingestochen wurde hält ein Leben lang. Lediglich UV-Strahlung oder Laser können dafür sorgen die Farbe verblassen, bzw. komplett verschwinden zu lassen.

Quellen:

Hot-Needles: "Tätowiertechniken",  bit.ly/1bdapLV
Gabriele Hofmann: "Alles über Tattoos", Arun-Verlag, Uhlstädt-Kirchhasel, 2004
Dr. Gumpert: "Schmerzen beim Tätowieren", bit.ly/1bdfSCm

Sonntag, 12. Januar 2014

Risiken einer Tätowierung

Auch wenn alle Pflegetipps akribisch befolgt werden, so ist doch nicht garantiert, dass die Tätowierung völlig reibungslos verläuft. Daher sollte man sich über einige Grundrisiken im Vorfeld bewusst sein.

Gesundheitliche Risiken

Umstritten ist die Frage nach der generellen Schädlichkeit von Tätowierungen. Bei einer Tätowierung dringt Farbe tief in die Haut und somit auch in den Organismus ein. Werden der Farbe bestimmte Stoffe hinzugefügt, können diese später, zum Beispiel bei dem Kontakt mit UV-Strahlung, in krebserregende Stoffe o.ä. zerfallen. Seit 2008 gibt es in Deutschland aber zumindest eine Tätowiermittelverordnung, die besagt welche Inhaltsstoffe erlaubt sind und welche nicht. Zudem empfiehlt es sich vor seinem ersten Tattoo einen Arzt aufzusuchen, um einen Allergietest zu machen. Vor allem Menschen mit Hautkrankheiten oder Diabetes ist generell von einer Tätowierung abzuraten. Wer sich unsicher ist, ob er generell in eine erhöhte Risikogruppe fällt, sollte sich unbedingt vorher mit einem Arzt und/oder professionellem Tätowierer darüber unterhalten. Tätowierungen in einer nicht sterilen Umgebung sollten zudem generell vermieden werden. Bei der Tätowierung wird die Haut geöffnet und verletzt, weshalb sehr leicht Krankheitserreger eindringen und Infektionen auslösen können.

Gesellschaftliche Risiken

Abgesehen von den gesundheitlichen sollte man sich vorher über die möglichen gesellschaftlichen Nachteile Gedanken machen. In vielen Berufssparten sind Tattoos immer noch nicht gerne gesehen. Die Polizei darf in bestimmten Bundesländern beispielsweise Bewerber ablehnen, wenn diese ein Tattoo tragen. Auch sich den Namen der Liebsten oder des Liebsten zu tätowieren kann oft nach hinten losgehen, wenn die Liebe vielleicht einmal zerfällt. Auch eine bestimmte Ideologie oder Star kann im Alter schnell nicht mehr als so ideal angesehen werden und das heißgeliebte Nazi- oder Justin-Bieber-Tattoo wird auf einmal (und in den gegebenen Fällen hoffentlich) ziemlich peinlich. Aber auch in bestimmten Ländern, wie beispielsweise Japan, sind Tattoos, egal welcher Art, immer noch sehr verpöhnt, weshalb einem das schnell die Zukunft verbauen kann. In einigen Gegenden kann es zudem ziemlich gefährlich sein mit dem falschen Tattoo durch die Gegend zu laufen.

Geduld ist eine Tugend

Alles in allem sollte man sich genügend Zeit für die Motivsuche und den passenden Tätowierer geben. Es ist verständlich, dass der Wunsch nach einem Tattoo, sofern er denn einmal auftaucht, sehr schnell ziemlich groß werden kann. Allerdings sollte man auch stets bedenken, dass man das Tattoo bestenfalls für den Rest seines Lebens trägt. Und in Anbetracht dieser Tatsache sollte das Motiv bestenfalls zeitlos, aber in jedem Fall gut überlegt sein. Niemand möchte schließlich später noch mehr Geld für eine noch schmerzhaftere Entfernung seines einstigen Schnellschuss-Tattoos ausgeben.

 Quellen:

Stuttgarter Zeitung: "Land darf Polizisten laut Experte sichtbare Tattoos verbieten", bit.ly/1kPEkUf
Gabriele Hofmann: "Alles über Tattoos", Arun-Verlag, Uhlstädt-Kirchhasel, 2004
RP Online: "Tattoos können gefährliche Krankheiten hervorrufen", bit.ly/1kPC9ju
Medizininfo: "Gesundheitsrisiken durch Tätowieren und Piercen", bit.ly/1jmzc5D
Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal: "Tattoo: Gesundheitsgefahren durch Tätowierungen",  bit.ly/1f53UOb
Onmeda: "Gesundheits-Risiko Tattoo", bit.ly/LAEDC4

Pflege einer Tätowierung

Damit eine Tätowierung möglichst reibungslos, ohne Tränen und Ärgernisse, verläuft, gilt es einige grundlegende Dinge zu beachten. Dabei sollte in erster Linie aber stets auf die Anweisungen und Tipps des eigenen Tätowierers geachtet werden, da dieser für den individuellen Fall in der Regel die beste Anweisung geben kann.

Pflege ist individuell

Jeder Tätowierer gibt unter Umständen unterschiedliche Pflegetipps für die Behandlung einer Tätowierung. Eine einzig Wahre gibt es dabei nicht. Ich kenne Leute, die nach der Tätowierung sich direkt in die Sonne gelegt haben, schwimmen waren oder schweißtreibende Arbeiten durchgeführt haben. Keiner der Bekannten hat davon einen sichtlichen Nachteil getragen. Die Tätowierungen sind alle gut verheilt und auch farblich sah das Tattoo im Nachhinein einwandfrei aus. Das alleine zeigt, dass eine allgemein gültige Pflegeanweisung nur schwer zu geben ist. Die Haut ist ein riesiges Organ und bei jedem Menschen anders gestrickt. Manch einer bekommt recht schnell trockene Haut, wieder jemand anders hat ein Problem mit zu fetter Haut. Eine Person bekommt ohne die richtige Pflege schnell Hautirritationen, eine andere Person verzichtet auf jegliche Pflegemittel und nicht ein Pickel ist zu sehen. Ebenso kann es auch bei Tätowierungen zu unterschiedlich schneller Abheilung, trotz der gleichen Pflege kommen.
Dennoch gibt es einige grundlegende und wichtige Tipps, die jeder beachten sollte, um die Chance auf eine reibungslose Abheilung zu erhöhen.

Pflege vor dem Stechen

Die Pflege beginnt nicht erst nach dem Stechen, sondern in gewisser Weise bereits davor. So sollte nach Möglichkeit etwa eine Woche vor dem Stichtag auf blutverdünnende Medikamente verzichtet werden. Diese können die Session mitunter unnötig in die Länge ziehen, sowie zu einem Farbverlust führen. Des weiteren solltet ihr die Einnahme von Drogen vor der Session vermeiden. Zwar kenne ich Leute, die in einem leichten Cannabis- oder Alkoholrausch problemlos eine zwei- bis dreistündige Session überstanden haben, allerdings ist generell davon abzuraten. Eine Tätowierung ist eine Verletzung der Haut und bedeutet Stress für den Körper. Gerade bei längeren Sessions bedeutet dies auch eine recht hohe Belastung für den Kreislauf, erst recht wenn man während des Stechens weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nimmt. Drogen und Medikamente können diesen Stress erhöhen und im schlimmsten Fall zun einem Kreislaufkollaps führen. Daher sollte man im besten Fall gut ausgeschlafen und mit einer ausreichenden Mahlzeit zum Stichtag erscheinen. Bei längeren Sessions empfiehlt es sich zudem kleinere Pausen einzulegen und mitunter etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen.
 

Die Pflege unmittelbar nach dem Stechen

Habt ihr die Session überstanden gelten einige grundlegende Regeln, die dafür sorgen sollen, dass ihr noch lange Freude an eurem Tattoo habt. Jeder gute Tätowierer wird euch an dieser Stelle einige Pflegetipps mit auf den Weg geben, die ihr am Besten auch in dieser Weise befolgt. Wie bereits erwähnt kann die Pflege je nach Hauttyp und Motiv variieren, weshalb ihr in erster Linie die Tipps eures Tätowierers befolgen solltet. Unabhängig davon wird und sollte die Anleitung in etwa so aussehen: Euer Tattoo ist in erster Linie eine Wunde. Diese kann am ehesten mit einer Verbrennung verglichen werden. Gerade bei größeren Schattierungen werdet ihr auch spüren wieso. Von nun an gilt es die Wunde möglichst keinen Verschmutzungen auszusetzen. Das heißt auch nicht anfassen. Ihr werdet für den Anfang eine Folie über das Tattoo gelegt bekommen. Nach ca. eins bis drei Stunden könnt ihr die Folie vorsichtig abnehmen. Klebt sie zu sehr an eurem Körper könnt ihr mit lauwarmen Wasser, welches ihr am Besten vorsichtig mit eurer Hand aufstreicht, versuchen die Folie langsam zu lösen. Unter der Folie wird sich bis dahin relativ viel Wundwasser, sowie Farbe angesammelt haben. Macht die Wunde vorsichtig sauber, am besten mit antibakterieller, ph-neutraler Seife ohne Parfüm (z.B. Kernseife). Anschließend sollte das Tattoo vorsichtig trocken getupft (nicht reiben) werden. Hierzu empfiehlt sich am Besten ein weiches Handtuch oder Küchenpapier. Zum Schluss sollte dann noch eine Wundsalbe aufgetragen werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Salbe nicht gegen Verunreinigungen gedacht ist, da diese dem Tattoo Farbe entzieht.

Pflege in den Wochen nach dem Stechen

Theoretisch spricht nichts dagegen anschließend völlig normal duschen zu gehen, jedoch sollte auf Shampoo oder Duschgel eher verzichtet werden und genannte Seife verwendet werden. Die Salbe sollte etwa dreimal täglich dünn aufgetragen werden. Generell sollte man darauf achten, dass die Wunde weder zu trocken noch zu fettig wird. Sollte sich Grind bilden, diesen nicht abkratzen, er fällt nach einer gewissen Zeit von alleine ab. Beim Abkratzen besteht die Gefahr Farbpartikel aus der Haut und somit vom Tattoo abzureißen und die Tätowierungen damit zu beschädigen. Euer Tattoo wird nach einiger Zeit sehr wahrscheinlich auch anfangen zu jucken. Auch hier gilt aus demselben Grund: Stark sein und nicht kratzen. Ihr solltet zudem vermeiden eure Tätowierung zu viel UV-Strahlung auszusetzen. Diese wird sich nachteilig auf die Farbe in eurem Tattoo auswirken. Von daher sollte ausgiebiges Sonnenbaden und Solarium ca. die ersten fünf Wochen vermieden werden. Auch Baden in öffentlichen Seen oder Schwimmbädern empfiehlt sich aufgrund der Bakterien, Keime sowie des hohen Chloranteils nicht wirklich. Auch Sport sollte in etwa die ersten fünf Tage vermieden werden. Besonders die Dehnungen beim Kraftsport können dazu führen, dass euer Tattoo Risse bekommt. Nach ca. 12 Wochen solltet ihr alles überstanden haben und ihr könnt euer Leben wie vorher weiterleben. Allerdings sollte beim Sonnenbaden auf eine Creme mit hohem Lichtfaktor zurückgegriffen werden, da UV-Strahlung weiterhin Gift für euer Tattoo ist und dieses schneller verblassen lässt.

Quellen:
 
Tattooberater: "Hygiene und Pflege", bit.ly/KwVGUT
Sven, Tätowierer bei Papi Rouge Darmstadt
Wildcat: "Tatto-Heilung und Nachpflege", bit.ly/KwXddv
RP Online: "Tattoos können gefährliche Krankheiten hervorrufen", bit.ly/1kPC9ju
Medizininfo: "Gesundheitsrisiken durch Tätowieren und Piercen", bit.ly/1jmzc5D

Geschichte der Tätowierung

Tattoos gibt es nicht erst seit gestern. Tätowierungen und ihre Entstehung haben einen weit zurückliegenden Ursprung, der nur schwer bestimmt werden kann. Das Wort selbt kommt eigentlich von dem Begriff "Tatau". So nannten die Tahitianer die Tätowierungen. Die Engländer machten daraus erst viel später den Begriff "Tattoo". Um die Motivation und Bedeutung hinter einem Tattoo besser zu verstehen empfiehlt es sich durchaus auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Dadurch lassen sich mitunter bestimmte Vorurteile und Missverständnisse rund um diesen Körperkult aus dem Weg räumen.

Die Tätowierungen der Skythen und des "Ötzi"

Es ist schwer zu sagen wann und wo genau Tätowierungen ihren Ursprung haben. Lange Zeit ging
man davon aus, dass die frühesten Tätowierungen aus der Zeit der Skythen stammen. Die Skythen waren ein Volk, welches am schwarzen Meer angesiedelt war und um das 8. Jahrhundert vor Christus erstmals auftauchten. Wie bei vielen Stammesvölkern diente das Tattoo nicht nur als Körperschmuck, sondern auch als Zeichen der Abstammung. 1991 wurde mit der Entdeckung des "Ötzi" diese Theorie jedoch auf den Kopf gestellt. Man fand an den Überresten des 5200 Jahre alten "Ötzi" über 50 strichförmige Tätowierungen, die scheinbar als Akupunktur-Mittel dienen sollten. Somit war klar, dass die ersten Tätowierungen noch viel weiter zurückgehen als bisher angenommen.

Spuren der ersten Tätowierungen reichen weit zurück

Abgesehen davon nimmt man allerdings an, dass die Geschichte der ersten Tätowierungen noch wesentlich weiter zurückgeht. Jedoch fehlen für diese Annahmen stichfeste Beweise. So gibt es beispielsweise Wandmalereien in der Sahara, die Menschen mit Tätowierungen zeigen und aus dem 5. Jahrtausend vor Christus stammen. Auch Mumien aus dem alten Ägypten zeigen teilweise Spuren von Tätowierungen auf, ebenso beherbergt das Gizeh-Museum in Kairo Werkzeuge, die ähnlich den Tattoonadeln heutiger Tätowierer sind. Darüber hinaus hat man in der Grotte Arcy-sur-Cure in Frankreich Hinweise für die Kunst des Tätowierens gefunden. Werkzeuge, sowie eine Feuerstelle zur Herstellung von Farbstoffen lassen vermuten, dass bereits 35.000 Jahre vor unserer Zeit tätowiert wurde. Dies ist definitiv eine beachtliche Zeit, auch wenn man davon ausgeht, dass die ersten Menschen vor rund 6 Millionen Jahren die Erde bevölkert haben. Jedoch waren dies noch sehr primitive Menschen, der Homo Sapiens selbst bevölkerte erst vor ca. 200.000 Jahren die Welt.

Tätowierungen im Mittelalter

Im Mittelalter (ca. 6. - 15.Jahrhundert) bekamen Tätowierungen wohl erstmals einen negativen Aspekt auferlegt. Zwar hatten die Kreuzritter christliche Tätowierungen, allerdings sprach die Kirche ein generelles Verbot von Tattoos aus. Grund war eine Stelle im mosaischen Gesetz, welche besagt: "Ihr solltet keine Male um eines Toten Willen an euren Leibe reißen, noch Buchstaben an euch ätzen, denn ich bin der Herr". Dennoch ließen sich viele Christen Symbole tätowieren, die sie eindeutig als Christen identifizierten. Somit war ihnen zumindest theoretisch eine christliche Beerdigung gesichert, insofern sie auf ihren Reisen ums Leben kamen. Paradoxerweise waren es somit gerade die frommen Christen, die sich tätowieren ließen. Pilger bekamen auf ihren Reisen oftmals geldwerte Vorteile und ihre christlichen Tattoos waren eine Art Garant ihrer Frömmigkeit und Zugehörigkeit zum Christentum.

Tätowierungen im asiatischen Raum

Abgesehen davon verloren Tätowierungen, zumindest in der westlichen Welt, ihre Popularität. Im asiatischen Raum waren Tätowierungen bei Arbeitern sehr populär. Da sich jedoch vorwiegend die "niedere" Gesellschaft damit schmückte waren Tätowierungen in gewisser Weise stigmatisiert. Wer ein Tattoo trug war automatisch als Krimineller abgestempelt und konnte sich nicht mehr in die Gesellschaft eingliedern. Die Yakzua nutzten Tätoweierungen beispielsweise auch um ihre Stellungen in der Organisation zu zeigen. Dabei durfte den Tätowiereren keine Fehler passieren, da sie sonst schnell mit ihrem Leben zahlten. Auch heute findet sich diese Praxis noch bei den Yakuza und viele anderen kriminellen Organisationen. Sicherlich ein Grund weshalb Tätowierungen auch heute mitunter noch ein schlechter Ruf anhaftet. 1870 wurden Tätowierungen in Japan gänzlich verboten. Erst 1948 hob man dieses Verbot auf und auch heute noch sind Tätowierungen in Japan nicht gerne gesehen.

Die Entdeckung in Europa durch Kaufleute

Im Gegensatz zu Japan erlebte die westliche Welt um 1840 einen regelrechten Boom. Kaufleute und Seefahrer brachten die Kunst von ihren Reisen mit in den Westen, wo man eine neue Leidenschaft für Tätowierungen entfachte. Der Herzog von York oder Zar Nikolaus II waren einige der ersten Adeligen, die Tätowierungen zu dieser Zeit für sich entdeckten und einen neuen Begeisterung auslösten. Zuvor waren Tätowierungen nur von "Wilden" bekannt, die im Zuge der Seefahrt nach Europa verschleppt wurden. James Cook (1728 - 1779) brachte beispielsweise einen Tahitianer namens Omai mit nach England. Dieser sorgte aufgrund seiner Tätowierungen für großes Aufsehen und viel Neugierde. Von da an hielten sich viele Adelige tätowierte "Wilde", um sie als Anschauobjekte bei ihren Freunden vorzuführen. Auch als Schausteller wurden viele dieser tätowierten Eingeboreren missbaucht. Nach und nach nutzten aber auch Seefahrer, die auf ihren Reisen oft lange mit Eingeboreren zusammen lebten und daher ebenfalls Tätowierungen trugen, diese Nische für sich. Sie zogen durch das Land und erzählten die abenteuerlichsten Geschichten zu ihren Tattoos, manchmal mehr, manchmal weniger wahr. 

Die Tradition der Seefahrer

Seefahrer waren auch die erste Menschen die Tätowierungen zumindest unter ihres Gleichen salonfähig machten. Bereits bevor die ersten Menschen in Europa durch die verschleppten Eingeborenen Tätowierungen zu Sicht bekamen, hatten einige Seefahrer bereits selbst welche. War dies zunächst nur durch die Hilfe von Eingeborenen in weit entfernten Ländern möglich, wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts üblich einen eigenen Tätowierer an Bord zu haben. Es war quasi ein Markenzeichen von Seefahrern, noch bis in die 70er Jahre hinein. Auch waren es Schiffsärzte, die die ersten medizinischen Studien zu Tätowierungen verfassten. In Hafenstädten gab es dann auch die ersten Tattoo-Studios, die in der Regel von Schiffs-Tätowieren betrieben wurden, die das Leben auf der rauen See satt hatten.

Tattoos und ihre Ankunft in der "High Society"

Die Erfindung der elektrischen Tätowiermaschine durch Tom Riley, im Jahre 1890, brach das Eis letztendlich vollkommen. Durch sie wurde die Tätowierkunst einfacher zu meistern, als auch schmerzfreier. Gleichzeitig ließen sich auch immer mehr Adelige ein Tattoo stechen. Da diese sich ihre Tätowierungen nicht von zwielichtigen Gestalten in einer verrauchten Hafenkneipe stechen lassen wollten, begannen auch die ersten Adeligen eigene Studios zu eröffnen. Einer der ersten und renommiertesten Tätowierer der Oberschicht war Sutherland MacDonald. Dieser eröffnete etwa im Jahre 1890 ein exklusives Tattoo-Studio in London. Außerdem erhielt er 1894 ein Patent für seine eigens entworfene Tätowiermaschine.

Wiederaufkeimen des schlechten Rufes

Fast hätte man meinen können, dass mit dieser Entwicklung ein goldenes Zeitalter für Tätowierungen und ihren Ruf anbrechen würde. Doch bereits eine Generation später sollte sich das Blatt wieder wenden. Denn während der Boom in der Oberschicht recht schnell wieder verebbte,  fing man damit an die Tätowierungen von Straftätern in Gefängnissen zu untersuchen. Damit sollte herausgefunden werden, ob eine Wiedererkennung der Gefangenen anhand des Tattoos sicher gestellt werden könne. Dadurch wurde das Image von Knast-Tattoos allerdings unweigerlich gefördert. Außerdem ließen sich (immer noch) viele Prostituierte tätowieren. Da beide Gesellschaftsschichten nicht gerade mit hohem Ansehen trotzten, bekamen Tätowierungen wieder einen faden Beigeschmack.

Überlebenskampf und Boom in Amerika


Dass Tattoos aber dennoch zu ihrem kommerziellem Durchbruch kamen, haben wir im Grunde Amerika zu verdanken. Dort etablierten sich im 19. Jahrhundert trotz aller Widrigkeiten einige-Tattoo-Studios. Darüber hinaus erlebten „Freak-Shows“ mit tätowierten Menschen einen erneuten Boom. Nicht unbedingt die beste PR-Masche, aber sie hielt das Geschäft zumindest am Leben. Nachdem die breite Masse sich nach und nach an diesen Shows satt gesehen hatte, blieb zumindest das Interesse an Tätowierungen bestehen. Die Qualität der Tätowiermaschinen und damit auch die Kunst an sich verbesserte sich zunehmend. Es wurden sogar die ersten Lehrlinge ausgebildet, die sich bei einem Tätowierer niederließen oder viel umherreisten. Die beiden Weltkriege sorgten zudem für eine erneutes Hoch, da viele Soldaten sich tätowieren ließen. Die eher hässliche Seite des zweiten Weltkrieges war dabei die Zwangstätowierung von KZ-Häftlingen.

Rennaissance der Tätowierkunst


Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Tätowierkunst, zumindest in New York, dann beinahe wieder ausgemerzt. Nach einigen Hepatitis-Fällen verbot die Stadt die Ausübung der Kunst und die Tätowierszene wanderte in den Untergrund. In anderen Teilen Amerikas schritt die Kunst allerdings langsam voran. Der Seemann Jerry Collins hatte in Honolulu einige Studios und trug die Kunst zudem auf seinen Seereisen mit in die restliche Welt. Außerdem hielt er regen Briefkontakt mit anderen Künstlern in den anderen Kontinenten. Durch sein Engagement erlebte die Szene in den 70er Jahren eine erneute Rennaissance, die bis heute anhält. 1976 kam es zudem zu der ersten amerikanischen Convention in Houston, Texas. Die bis dahin untereinander sehr misstrauische Szene begann sich selbst kennenzulernen und legte die Grundsteine für die heutige fortschreitende Akzeptanz.

State of the Art

Trotz allem sind selbst in der heutigen Zeit Tätowierungen in bestimmten Gesellschaftsschichten noch mit Vorurteilen belegt. Teilweise wird das Tattoo immer noch mit einer Art Brandmark von Häftlingen oder "Asozialen" assoziiert. Allerdings bahnen sich Tattoos immer mehr ihren Weg zurück in die "oberen" Schichten und lassen es als etwas "Normales" erscheinen. Viele Stars und auch Politiker bekennen sich öffentlich zu ihren Tattos und sorgen für eine erhöhte Akzeptanz. Heutzutage trägt in Deutschland beispielsweise jeder Zehnte über 14 Jahren zumindest ein Tattoo. Durch die weite Verbreitung und Globalisierung gibt es mittlerweile sehr viele verschieden Stile und Einflüsse. Aufgrund der steigenden Akzeptanz und Beliebtheit dürfte der Trend zudem nicht so schnell verebben.

Quellen:

Gabriele Hofmann: "Alles über Tattoos", Arun-Verlag, Uhlstädt-Kirchhasel, 2004
Tattoo-Frei: "Geschichte der Tätowierung", bit.ly/1cIZWro
Richard Lamers, Freenet:"Die grausamen Skythen", bit.ly/1dH6KMi
Akupunkturzentreum Graz:"Özis Tätowierungen", bit.ly/LCos7X
Jamie Shreeve, National Geographic:"Der erste Mensch", bit.ly/1bbBGyd
Tattoo-Society: "Geschichte der Tätowierungen"bit.ly/1ahENtW
Beatrix von Kalben, Planet Wissen: "Tätowierungen, Schmuck der unter die Haut geht",
bit.ly/1mqJVOY
Focus Online: "Neue Tattoo-Studie: Je ärmer, desto besser", bit.ly/1mqK5Wx
GCS Tattoos: "Tattoo Geschichte", bit.ly/1hDLPZC
Tattoonet: "Tattoo Geschichte", bit.ly/19FpI4I